Frage von Heidi: Wer weiß etwas über den schönen Naci?
Bei einer Reise nach Bratislava / Slowakei sah ich eine witzige Figur vor dem Café Mayer. Sie nennt sich “Schöner Naci”. Ich habe ein wenig über dieses Bratislavaer Original gehört. Weiß jemand etwas mehr über ihn? Oder hat jemand einen Hinweis, wo man mehr über ihn lesen kann?
Danke, Namensvetterin!
Hätte nie gedacht, dass man bei Wiki Informationen über ihn findet.
Meine Fragen sind eigentlich:
Warum wurde er wieder frei gelassen und nicht wie die anderen Deutschen der Stadt verwiesen? Ist es wahr, dass er Leute vor den Nazis geschützt hat?
Und wie ist das mir seinem Besitz? Weiß hier jemand, ob er wirklich in seinem Taschentuch eingeknüpft ein paar Diamanten als “Notgroschen” hatte? Oder war das nur Gerede, das sich später als unwahr erwiesen hat??
In dem weiterführenden Link steht ja auch: “mit der rechten Hand, die ein kleines Paket trug”
Was war in dem kleinen Paket????
Beste Antwort:
Answer by Heidi
Wiki liefert dazu eine Antwort
Ignác Lamár, besser bekannt als Schöne Náci oder seltener Schöner Náci (* 11. August 1897, Petržalka (deutsch Engerau) in der Slowakei; † 23. Oktober 1967 Lehnice im Okres Dunajská Streda) war ein stadtbekanntes Original in Bratislava.
achdem ihn seine Mutter bereits in jungen Jahren verließ und der Vater, ein Schuhmacher, bald starb, war er bald auf sich selbst gestellt. Sein jüngerer, gelähmter Bruder wurde in einer karitativen Einrichtung aufgenommen. Er selbst bekam Arbeit als Requisiteur in einem Theater.
Angesprochen wurde er bis zu Kriegsende mit Ignácko, von dem die Kurzform Náci entstand. In der Slowakei ist er unter der grammatikalisch falschen Namensform Schöne Náci (ohne -r) bekannt. Bekannt wurde er in der Stadt, da er stets mit Zylinder, Frack und Lackschuhen elegant bekleidet war und in der Altstadt Bratislava zu finden war und die weiblichen Passanten mit den Worten „küss die Hand gnädige Frau“ ansprach. Oft überreichte er den Damen auch Blumen. Zu finden war er oft in der Konditorei Stürzer in der heutigen Sedlárska úlica oder im Café Mayer am heutigen Hlavné námestie (Hauptplatz).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er bereits in ein Sammellager gebracht, wo deutschsprachige Vertriebene untergebracht wurden. Er wurde aber wieder entlassen und durfte in Bratislava bleiben.
Die letzten 21 Jahre verbrachte er im Altersheim von Bratislava. Im Jahr 1967 starb er an Tuberkulose im Krankenhaus von Lehnice. Nachdem keine Angehörigen für ein Begräbnis und die Grabpflege existierten, übernahm die Gemeinde die Kosten.
Seiner Lebensphilosophie war, nachdem er in der Jugend große, teilweise existentielle Probleme hatte, wie sein Großvater, als berühmter Clown zu leben und wollte so seinen Problemen ausweichen.
30 Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1997, wurde eine Puppe in Lebensgröße, die sich mit einer Mechanik auch bewegen konnte, nach alten Fotos vom Designer Karol Krcmar nachgebaut. Sein Denkmal steht am Fischtor vor dem Café Mayer.
Im Jahr 2007 wurden seine sterblichen Überreste von Lehnice auf den Andreas-Friedhof in Bratislava überführt. Auf seinem Grabstein stehen ebenso seine typischen Worte in den drei Sprachen.
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